Dittmar Vonau, 26. Juli 2020

Der Weg vom Rechner zum Kühlschrank ist an manchen Tagen die einzige Form der Bewegung die ich mir gönne (?) - außer, wir zählen das morgendliche Aufstehen mit.
Sieben Uhr dreißig ist es soweit, raus aus der Falle. Es ist sooo schön kuschelig warm und ich habe oft gar keine Lust diesen anheimelnden Ort zu verlassen.

                                 

Der Weg vom Rechner zum Kühlschrank ist an manchen Tagen die einzige Form der Bewegung die ich mir gönne (?) - außer, wir zählen das morgendliche Aufstehen mit.
Sieben Uhr dreißig ist es soweit, raus aus der Falle. Es ist sooo schön kuschelig warm und ich habe oft gar keine Lust diesen anheimelnden Ort zu verlassen.

Dann der Frühsport – etwa zwölf Schritte und ich bin in der Küche an der Kaffeemaschine. Sechs Tassen sind das Quantum. Weiter ins Bad sind es sieben Schritte. Zurück zum Kaffee und mit dem Pott in der Hand an den Rechner, macht sechzehn weitere. Alles in allem also 35 Schritte Frühsport. Wahnsinn, soviel Frühsport!

Darauf folgt dann stundenlanges Sitzen und – Ihr könnt es glauben oder auch lassen - viel Spaß am Rechner. Wer jetzt der Annahme ist ich wollte nur meinen exorbitanten Gewichtszuwachs von 2 kg in den letzten 3 Jahren erklären, der irrt ebenso wie diejenigen unter euch, die sich darüber auslassen, was will er uns damit eigentlich sagen.

Es ist ganz einfach.

Tagesabläufe ohne Menschen, Wege ohne Begleitung, Freude ohne Teilen, Traurigkeit ohne Aufgefangen zu werden, schlicht; ALLEIN arbeiten ist nicht wirklich, weil nicht von innen heraus, mein Ding.
Obgleich viele Gedanken, die mir durch den Kopf gehen, sind ohne den sofortigen Austausch, so sie mir des Öfteren in den Sinn kommen, einfach klarer. Klarer deshalb, weil nicht sofort Rede und Widerrede erfolgt. Ich glaube, wir haben dieses demokratische Prinzip recht gebeutelt und in der Tat zum Zerreden missbraucht.

Der Konsens ist auf der Strecke geblieben, weil das Von-sich-geben, das Aufnehmen streckenweise nicht nur verhindert, sondern gar unmöglich macht. Es ist einfach keine Zeit mehr übrig um auf-zu-nehmen so sehr beschäftigt sich das Von-sich-geben mit sich selbst.

Erstaunlicher Weise finde ich dann und wann Zeitungsartikel oder höre im Radio über den Mythos des demokratischen Miteinander. Eben diesem Weg von Rede und Widerrede!

Größtenteils leider in dem eher enttäuschenden Zusammenhang, dass es jetzt wichtig und notwendig sei diese oder jene Krise, in der sich der Aufschwung noch versteckt hält, gemeinsam zu meistern. Doch die Not und die Wendigkeit, die allenthalben damit gemeint und appellierend gefordert werden, entpuppen sich häufig als Einbahnstraßen oder als so genannte Versuchsballons.


Da wird in einer TV Runde, die ich genauso mag wie Kleinkinder ihren Spinat, den sie durch die Gegend prusten, Politik gemacht. Es sitzt die Fernsehkratie, bemüht, ihre Schüsse ins Blaue unter das Volk zu bringen, um sie entweder, froh jeden Treffers, weiter zu verfolgen, so denn die Presse tags darauf diese nicht in Grund und Boden stampft, oder einfach wie eine heiße Kartoffel dementierender Weise fallen zu lassen; jedoch immer um Nachhaltigkeit bemüht, selbstverständlich nur zur Entlastung der beschlussfähigen Bühne, medien-gerecht aufgepäppelt und hält Staat.
(Was für ein fürchterlicher Schachtelsatz.)

Wir, die Verbraucher dieses Landes sind gehalten, da wir unserer Bestimmung weniger folgen, auch die Konsequenzen zu tragen, die diese Verweigerungshaltung mit sich bringt.

Mechanismen seien entwickelt, die, zu unser aller Vorteil, den Glauben an das Unglaubliche wieder in das rechte Licht setzen und dadurch aus dem Dunkel führen. Wenn wir einsehend dem Licht folgen, sei uns Salbung durch Wohlergehen gewiss. Verheißungsvolles, dröhnendes Geläut betäubt uns allerorts.

Die Spitze aller Verkündungen, die fast täglich abgehalten werden, war die gelungene Schaffung der Kommissionsbasis: Eruierung der Voraussetzungen zur Vereinigung des Perpetuum Mobile mit der eierlegenden Wollmilchsau.

Wohl in dem Glauben steter Tropfen wird zum Sinn. Unterstützt mit der, bis zur Unkenntlichkeit entstellten, Wahrheit, zeigt sich dennoch Wirkung.
Sieh an; das Pareto-Prinzip ist aktueller denn je.

In diesem Falle nur wenig nützlich, außer dem politischen Taktieren, Täuschen und Versteckspiel.

Ich habe in meinem kleinen Büro einen aus den Achtzigern stammenden, gezeichneten Witz reaktiviert.

über einigen, sich vor Lachen krümmenden Figuren steht:
Jeder macht was er will, keiner was er soll, aber alle machen mit!

Es geht eben nichts über ein geordnetes Archiv.
Wäre doch unser gesellschaftliches Gedächtnis nur ebenso gut organisiert und nicht andauernd getrieben vom schlechten Gewissen durch Verkündigung.


Ab morgen, so der betörende Gedanke meines Rasier-Bad-Spiegelbildes, gehen wir wieder Laufen. Ein Lächeln huscht über unser beider Gesichter; welch ein befreiender Gedanke.
Ja, so machen wir´s, sind sich Spiegelbild und Original einig.
Noch lächelnd, durch die mir soeben zu teil gewordene Absolution gehe ich zur Tagesordnung über; an den Rechner – natürlich mit Zwischenstation Kühlschrank.
Ein wahrlich berauschender Gedanke und schon morgen die Tat, ehrlich - und hiermit verkündet!

 

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